Willkommen auf der Website zur Geschichte der Katholischen Jungschar Österreichs (KJSÖ)! Sie wurde anlässlich des 60. Geburtstages der KJSÖ erstellt und soll Interessierten einen Zugang zur reichhaltigen Geschichte der Jungschar und ihrer Entwicklung ermöglichen. Die KJSÖ ist die größte Kinderorganisation Österreichs und entstand in der unmittelbaren Nachkriegszeit, aufbauend auf Erfahrungen der 1930er Jahre und den Arbeiten im Verborgenen während der sieben Jahre der NS-Herrschaft. Heute sind ca. 100.000 Kinder in ganz Österreich sowie in Südtirol Mitglieder der KJSÖ und werden dabei von ca. 13.000 GruppenleiterInnen begleitet.

eine virtuelle Sammlung

Diese Website stellt eine kritisch kommentierte Quellensammlung dar. Sie dokumentiert das Geschehene nicht nur, sondern ermöglicht auch, es auch in einen gesellschaftlichen und kirchlichen Kontext einzuordnen. Dies soll gerade auch für jene, die (noch) nicht dabei waren, eine Orientierung in der Geschichte der Jungschar ermöglichen. Jungschar hat sich nicht selbst erfunden, sondern steht in einem Kontext von Einflüssen und Orientierungen, auf die man versucht hat, adäquat zu antworten. Dies bedeutet, dass sich neben den eigentlichen Quellen durchaus ausführliche Kommentare und einige Hintergrundartikel finden werden.

Allerdings soll diese Website nicht als eine Art Geschichtsbuch über die KJSÖ als solche verstanden werden. Dazu wären weiterreichende Untersuchungen und Arbeiten nötig, als für diesen Zweck möglich und sinnvoll waren. Es finden sich daher keine kohärenten Überblicksdarstellungen, sondern eher kurze Texte, die in unterschiedliche Bereiche der Jungschargeschichte einführen. Unter Links finden sich weitere Literaturhinweise für alle, die strukturiertere Darstellungen wünschen - eine Geschichte der Jungschar wurde allerdings noch keine geschrieben.

Bubenolympiade

Palette 1988

Quellen zum Sprechen bringen

Die Kommentare helfen, die Quellen zum Sprechen zu bringen. Das Projekt folgt hier ganz unbescheiden ehrwürdigen Meistern der Geschichtsschreibung. Die französischen Historiker Jean Delumeau wie auch Jacques Le Goff beziehen sich in ihren Hauptwerken explizit wenig oder gar nicht auf Theorien; sie bemühen sich, dem Gang der Dinge zu folgen. Ihr originärer Beitrag ist es, eine andere Frage zu stellen als ihre Lehrer und Vorgänger. Liest man ihre Bücher, dann sticht ins Auge, was ihr zentrales Anliegen ist, nämlich die Quellen zum Sprechen zu bringen:
"Die Goldene Regel lautet: Der Historiker sucht den permanenten Kontakt mit den Quellen erster Hand. Nichts kann deren Geschmack und Wahrheit ersetzen" (Jean Delumeau: Une histoire du paradis. Tome 1: Le jardin des délices. Paris 1992. S. 8; Übersetzung GF) Noch kräftiger formuliert es Jacques Le Goff: "Alleine diese Vorgangsweise erscheint mir geeignet, den Leser zu überzeugen: Der Kontakt mit den Texten der großen Theologen oder undurchsichtiger Redakteure, manchesmal anonym, von hoher literarischer Qualität oder einfaches Mittel der Kommunikation, die häufig in gewiss unterschiedlichem Ausmaß den Charme des Imaginären, die Hitze des Proselytismus, das Erschaudern vor der Entdeckung einer inneren und einer äußeren Welt besitzen." (Jacques Le Goff: La naissance du Purgatoire. Paris: Gallimard1981. S. 24; Übersetzung GF).

Theoretische Zurückhaltung ist geboten, um auch das zunächst Uneinordenbare zu berücksichtigen. Es war mir ein Anliegen, persönliche Thesen als solche erkennbar zu formulieren, um zu verhindern, dass sie sich unbemerkt durch eine Hintertüre einschleichen und als historische Wahrheit dastehen. Unter anderem zu diesem Zweck werden Artikel zu inhaltlichen Querschnittthemen geboten, die meinen Winkel als historisch interessierter Funktionär und Aktivist der KJSÖ wiedergeben. Freilich meine ich, dass diese Texte nicht lediglich Ergebnisse meiner subjektiven Reflexionen sind, sondern sehr wohl eine Anspruch auf Richtigkeit stellen. Doch ist mir bewusst, dass Geschichte eine Form ist, durch die konkrete Personen auf ihre Art und Weise, aufgrund ihrer jeweiligen Position und ihren Vorerfahrungen das Vergangene erzählbar und darstellbar machen.

Alle Texte auf dieser Webseite stammen, so nicht anders gekennzeichnet, von mir.

Zuletzt: Sollten sich Fehler auf dieser Website finden, so liegen diese erstens alleine in meiner Verantwortung, und bitte ich zweitens um Entschuldigung und Verständnis. Drittens ersuche ich darum, mir diese mitzuteilen, auf dass sie möglichst rasch korrigiert werden können. Ergänzungen und andere Kommentare sind ebenfalls erwünscht!

Viel Vergnügen beim virtuellen Rundgang durch die Jungschar-Geschichte wünscht

Gerald Faschingeder
Inhaltlicher Redakteur dieser Website

Gerald Faschingeder war 1. Vorsitzender der KJSÖ von 2002 bis 2006 und ist seit 1992 Mitglied der Diözesanleitung der Katholischen Jungschar der Erzdiözese Wien. Er hat Geschichte und Germanistik studiert, über Fragen von Mission und Entwicklung promoviert und arbeitet in der entwicklungspolitischen Erwachsenenbildung und in der universitären Lehre.